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16.10.2009 Die Nacht war sau kalt. Da mein Lager nach allen Seiten offen war, und ich auch Gepäcktechnischen Gründen nur eine Bundeswehrunterlage dabeihatte, wurde es doch recht ungemütlich. Zumindest der Schlafsach war sein Geld wert. Allerdings musste ich alle halbe Stunde die Position wechseln um der Kälte von unten Herr zu werden. Füße, Hände und Kopf waren aber warm. Mit dem Schlafen gings dann so einigermassen, alle paar Stunden war ich mal wach. Um 6 erhellten dann die ersten Sonnenstrahlen mein "Loft" ich blieb aber noch bis 7 liegen da mirs entschieden zu kalt war. Als die Sonne dann vollends erstrahlte schälte ich mich aus meinem Schlafsack. Die durchgeschwitze Jacke samt T-shirt vom Vortag waren leider des Nachts nicht getrocknet, das könnte zum Problem werden dachte ich mir. Nach einem Energieriegel, ein paar Aminos und ein wenig Stdentenfutter packte ich meine Sachen. Sogar ein Plumsklo gabs hier, welch ein Luxus. Das war sogar sauber und hatte Klopapier. Meinem Fusszeh gings gefühlt besser, allerdings ansehen wollte ich ihn mir noch nicht. So gings dann kurz nach 7 los Richtung Red Hill Cabin. Die Aussicht auf einen weichen Schlafplatz in einer geschlossen Hütte trieben mich an. Laut Plan meiner Roadmap die ich im Volcanocenter erhalten hatte standen 1000HM Aufstieg und 12,1 km Weglänge bevor. 4 - 6 Stunden bräuchte man. 12 km in 4 -6 Stunden??? Da ist wohl noch kein Ironman hoch dachte ich. Vielleicht aber auch doch als ich oben war. Tatsächlich habe ich 4,5 Stunden gebraucht und konnte kein Stück schneller. Der Ausblick und die bizarren Steinformationen waren sagenhaft. Irgendwie surreal das Ganze. Als ich dann endlich hier oben ankam war ich fix und alle. Außerdem plagen mich Kopfschmerzen die wohl ein erstes Zeichen der Höhenkrankheit sein können. Nach längeren Gesprächen mit mir selbst (sonst ist hier ja auch niemand) hab ich mich entschieden morgen wieder abzusteigen. Zum Einen will ich nix riskieren (die Ranger suchen erst wenn irgendjemand ne Vermistenmeldung aufgibt), zum Anderen wäre die Alternative morgen, dem 17ten zum Gipfel, und am 18ten dann ne Mörderabstiegstour über kanpp 3000 HM und an die 50 km Wegstrecke (Da mein Flieger am 20ten zurück geht hätte ich dann noch den 19ten um von hier wieder nach Kona zu kommen). Da mich mein Rucksack heute schon vergeblich versucht hat umzubringen ist mir das Alles zu stressig und riskant. Zumindest weiß ich jetzt was ich nächstes Mal anders machen muss. Hier oben ist es aber auch nicht minder beindruckend. Bei stahblauem Himmel hat man Fernblick in alle Himmelsrichtungen. Ich trinke gerad mein Bier das eigentlich für den Gipfel bestimmt war, und werde versuchen morgen den Sonnenaufgang zu erleben. Morgen gehts dann die beiden Aufstiegsetappen in einem Schwung zurück, und ich hoffe auch dabei trocken zu bleiben. Ach ja meinen Zeh habe ich mittlerweile auch angeschaut... Der doch recht blutunterlaufene große Zehennagel wird sich dann wohl über kurz oder lang verabschieden... Die Hütte hier ist übrigens richtig komfortabel. Betten mit Schaumgummiunterlage ein Tisch mit Bank an dem ich grad schreibe ein Plumsklo nebenan und ne Veranda auf die grad die Sonne scheint. Hang loose Manni |
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